Gedanken über eine vegane Welt

Vegan Utopia: die Vorstellung, dass eine Gesellschaft komplett vegan lebt und ethisch handelt. Das ist für mich tatsächlich eine sehr schöne Vorstellung, die es wert ist, an ihr zu arbeiten. Schließlich ist etwas nur solange unmöglich, bis es umgesetzt wurde.

Die Realität ist gegenwärtig eine andere. Doch darüber möchte ich heute nicht schreiben. Stattdessen möchte ich euch einladen mich auf eine Gedankenreise in ein mögliches Vegan Utopia zu begleiten.

Eines vorweg: für mich ist diese Gesellschaft nicht unter den aktuellen Bedingungen der wirtschaftlichen Globalisierung und der Lebensweise des Kapitalismus und des Konsums umsetzbar.

Daher ist eine grundlegende Bedingung: die Abschaffung von Geld und allen anderen Währungen.

Keine Macht dem Geld

 Klingt das für euch befremdlich? Stellt ihr euch nun Fragen wie: Womit soll ich dann mein Essen bezahlen? Wozu gehe ich dann arbeiten? Gegenfrage: Warum soll ich für etwas bezahlen, dass ich selbst anbauen kann? Wird Arbeit nur gewürdigt, wenn es jemanden bereichert? Was ist mit all den Müttern, die ihre Kinder großziehen, die Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit hergeben, um den Ärmsten zu helfen…? Deren Einsatz lässt sich mit keinem Geld der Welt aufwiegen.

Wenn es kein Geld mehr gibt, sind alle Menschen gleich. Es gibt keinen Grund mehr zwischen reich und arm zu kategorisieren. Niemand kann sich mehr auf Kosten anderer Menschen oder gar Lebewesen bereichern. Es macht einfach keinen Sinn, Tiere einzusperren, zu töten und zu verkaufen, wenn man dafür kein Geld mehr bekommt. Schon gar nicht in einer veganen Welt. Es wäre auch gleichbedeutend mit dem Niedergang des Kapitalismus und der Konzerne. Denn deren Lebensader ist Geld. Ohne Geld bricht die ganze westlich industrielle Lebensweise wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Das ist der Anfang meiner Vorstellung von Vegan Utopia…

Eine autarke Selbstversorgergemeinschaft

 Gegenteilig zum Trend Produkte aus der ganzen Welt zu beziehen (Kakao aus Afrika oder Lateinamerika für Schokolade, Mandeln aus Kalifornien, das schon seit Jahren unter Dürre leidet, Erdbeeren im Winter aus Spanien…), soll sich die Gesellschaft selbst versorgen können. Sprich: große öffentliche Gärten, in denen Getreide, Obst und Gemüse selbst angebaut werden. Das wird einen Großteil der Arbeit in der Gemeinschaft ausmachen. Kinder werden gemeinschaftlich betreut. Eine öffentliche Bibliothek stellt Wissensbestände bereit, die erlernt werden können. Es ist wichtig, dass die Kinder lernen ihre eigenen Interessen zu finden und dass sie nicht ein System übergestülpt bekommen, das will, dass sie sich alle anpassen. Viele Fähigkeiten werden (wieder) erlernt werden müssen. Handarbeit, Handwerk, die Arbeit mit den eigenen Händen… WIr werden den Schritt von Konsumenten zu Erschaffenden machen müssen. Und uns in der Gemeinschaft gegenseitig unterstützen. Hier ist kein Platz für die Ellenbogenmentalität unserer aktuellen Gesellschaft.

Vegan Utopia: das Ende des Kapitalismus?

Ich zeichne hier ein Bild einer Gemeinschaft, die im Einklang mit ihrer Umwelt lebt. Ja, mir schwebt eine Welt vor wie sie sich z.B. in den FIlmen des Michel aus Lönneberga darstellt. Es ist ein Traum.

Von einem bin ich überzeugt: Wenn wir wirklich noch den Kollaps unseres Planeten aufhalten wollen, werden wir nicht drum herum kommen die Art und Weise wie wir leben und vor allem auch konsumieren zu überdenken. Vielleicht gehen wir wirklich den Schritt und gründen ein Vegan Utopia. Meine Hoffnung ist, dass viele solcher Gemeinschaften folgen werden und den Kapitalismus friedlich bezwingen.

(Verpasste) Chancen für die Umwelt

Viele stellen sich immer wieder die Frage: Was könnte man besser machen oder was hätte man besser machen können? Sicher gab es früher vieles, was besser und was vielleicht auch schlechter war? Gerade, wenn man im Zeitalter der industriellen Revolution ein bisschen mehr auf Umweltschutz geachtet hätte, dann wären manche Lebensbedingungen sicher heute besser. Vieles an Gewässer und Boden nicht „vorbelastet“. Aber gab es durchaus in der Vergangenheit auch Projekte, die eindeutig vieles für Mensch- und Umweltschutz beigetragen hätten, die ich hier für lohnenswert halte zu erwähnen.

Autobahntrassen
Jeder von euch kennt Elektroautos. Die meisten wissen auch, dass Batterien einen vergleichsweise geringen Wirkungsleistungsgrad haben. Das heißt eine Batterie wird mit einer bestimmten Strommenge aufgeladen und gibt anschließend eine geringere Strommenge, wenn sie verwendet wird ab. Auch entlädt sich eine Batterie mit der Zeit von alleine. Sicher gibt es Wissenschaftler, die nach Lösungen forschen, um Batterien effizienter zu gestalten, aber ein 100%-iger Wirkungsleistungsgrad ist nicht zu erreichen. Jeder von euch kennt die Bahntrassen und wer schon mal Bahn gefahren ist, der weiß, dass Bahnen sich den Strom für die Fahrt über die Trasse holen. Deswegen gibt es auch häufiger mal sichtbare Blitze, wenn man nach oben schaut. Die Erfindung der Elektroautos ist keine neue, sie ist schon alt. Das erste Elektroauto wurde schon 1896 gebaut! Die geringe Reichweite von Elektroautos war schon damals ein Problem, aber sie reichte immerhin für 100km. Es gibt nun findige Ingenieure die vorgeschlagen haben: Lass uns doch Trassen auf den Autobahnen bauen! Die LKW’s die Autos könnten den Strom, den sie für die Fahrt brauchen von der Autobahntrasse holen und auf der Landstraße braucht man selten eine Reichweite von mehr als 100km. Das heißt man könnte mit Batterie bis zur Autobahn fahren und dann auf der Autobahn könnte man eine Art Stromleiter ausfahren, der die Autobahnbatterie während der Autofahrt auflädt und gleichzeitig das Auto antreibt. Jedenfalls wäre dies auch weit aus umweltfreundlicher, als in jedem Auto Batterien einzubauen, die für über 500km reichen.
Bisher gibt es Autobahntrassen nur im Modellversuch für LKW’s auf bestimmten Strecken. Es gab Sicherheitsbedenken, Bedenken wegen der Kosten etc.. Aber mir scheint es, dass man es einfach nicht ernsthaft versuchen wollte. Noch ist der Einfluss von bestimmten Lobbys bei den Autos zu groß, als wenn solch ein Projekt zum großen Erfolg führen könnte.

Desertec
Ein weiteres Projekt war Desertec. Wenn man die Energie berechnet, die allein von der Sonne auf die Sahara-Wüste ausgestrahlt wird, dann stellt man fest, dass man von 1-Monat Energie die ganze Welt für ein ganzes Jahr mit Strom versorgen könnte. Natürlich benötigt es an Zeit und Ressourcen, um den ganzen Globus entsprechend mit Strom versorgen zu können und ist die Sahara Wüste, nicht die einzige auf der Welt, wo man so etwas realisieren könnte. Jedenfalls ist das Projekt Desertec entstanden, um Europa und anliegende Länder der Sahara mit Strom versorgen zu können. Solaranlagen galten als zu kostspielig, also haben Wissenschaftler eine neue Art Technologie entwickelt. Die Technologie ist sogar ziemlich einfach, man stelle sich vor, man würde inmitten von Sonnenschein verschiedene Spiegel auf ein Glas Wasser ausrichten. Irgendwann würde das Glas Wasser anfangen durch die Energie der Sonne zu kochen und es würde Wasserdampf entstehen.

Desertec Planungskonzept (Quelle: Wikipedia)

Desertec ist ein Projekt in einer viel größeren Dimension. Man baut Hohlspiegel um ein einzelnes Rohr, das mit Salzwasser aus dem Meer gefüllt wird. Dieses Salzwasser wird zum Kochen gebracht und der entstehende Wasserdampf bringt durch den entsprechenden Druck eine Turbine zum Laufen, die den Strom erzeugt. Dies erzeugt nicht nur enorm viel Energie, sondern kann ganze Wüstenregionen, die starke Wasserknappheit haben, mit Trinkwasser versorgen, da hier das Salz aus dem Wasser mit umsonster Energie der Sonne gefiltert wird. Es könnten sogar grüne Flächen in der Sahara Wüste entstehen, um bestimmte Dinge anzubauen. Desertec scheint ein grandioses Projekt zu sein, um Utopia quasi in der Wüste zu realisieren.
Anfangs wollten viele Firmen Desertec unterstützen. Es wurden enorme Summen versprochen. Allerdings wurde das Projekt dann wegen der vielen Unsicherheiten aufgrund der Ölkriege und auch der Kosten eine Stromtrasse bis nach Europa zu verlegen fallen gelassen. Die gute Neuigkeit ist: Das Land Marokko will diese Art von Erfindung für die Energie- und Trinkwasserversorgung des eigenen Lande realisieren. Vielleicht wird es dort zum Erfolg und auch zum Vorreiter für eine europäische Energieversorgung.

Hanf
Hanf darf hier natürlich fehlen. Hanf ist die perfekte Wunderpflanze überhaupt… Hanf könnte für die Kleidungsproduktion sorgen,  Holz bei der Papierproduktion umweltfreundlich ersetzen, Trinkflaschen aus Plastik für die Umwelt recyclebar machen, kann als umweltfreundliches Öl verwendet werden, kann den bisherigen Diesel auf sogar umweltfreundlichere Art und Weise ersetzen, für die Medizin eingesetzt und auch als Öl für Speisen und zum Essen (auch als Sojaersatz) mit zahlreichen Nährstoffen verwendet werden. Hanf hat auch noch enorm wenig Wasserbedarf und ist schon auf verschiedene Weisen gezüchtet worden, so dass es auch in kälteren Regionen überlebt. Langsam, aber zu langsam fangen Politiker an den Anbau von Hanf zu legalisieren. Immer noch wird der Grund der Drogen vorgeschoben, obwohl es längst nachgewiesen ist, dass Hanf weniger schädlich als Alkohol oder Ziggarreten ist. Auch gibt es Hanfarten, die so gar nicht als Drogen verwendet werden können. (Beispiel wäre Speisehanf.) Aber auch hier merkt, es wird sich einfach zu wenig dafür angestrengt. Auch hier versuchen Lobbys das bestmögliche, um die Nutzung von Hanf zu verhindern. Dabei wäre es ziemlich leicht den Rapsanbau zum Beispiel mit Hanfanbau zu ersetzen.

Wie ihr seht gibt es zahlreiche Projekte, um die Welt schlagartig verbessern zu können. Das waren nur drei von vielen. Wenn ihr weitere Projekte kennt, wäre ich gespannt davon in den Kommentaren zu hören. Aber ich bitte euch: Geht in die Politik, tut aktiv etwas, wählt die Parteien, so klein sie auch sind, die für die Umsetzung solcher Projekte lieber heute als morgen sorgen wollen und sich nicht von Firmen kaufen lassen.

Diese querdenkenden Veganer

In letzter Zeit muss ich sehr in mich hineingehen. Ich habe seit meiner Jugend viel Zeit gehabt über mein Leben, meine Essensgewohnheiten, meinen Konsum nachzudenken. Auch hadere ich immer wieder mit der Frage, wie mein Leben in meiner besten Zufriedenheit laufen kann. Will ich derjenige sein, der sein Leben gelebt hat und dann wie ein Staubkorn im weiten Universum verschwindet bis wir alle nur noch Schutt und Asche sind? Oder will ich derjenige sein, der etwas beigetragen hat für ein Leben der zukünftigen Generationen, dem Umweltthemen wichtig sind, jemand dem die Tiere dieses Planeten wichtig sind?

Dabei fühlt es sich für mich unverständlich an… Wie kann jemand sein Leben leben? Den maximalen Anteil an Spaß haben, gleichzeitig aber auch Kinder haben wollen auf Big Family spielen ohne über die Zukunft seiner eigenen Kinder nachzudenken. Sind wir wirklich solche Egoisten geworden, dass uns nur unser Leben wichtig ist? Das wir die Kinder als Spaßobjekte betrachten zur Befriedigung unseres eigenen Egoismus? Vielleicht sogar auch als ein Symbol unseres Wohlstands?

Vielleicht ist es in manchen Familien der Fall. Aber hoffe ich doch, dass es nicht in allen so ist. Warum, frage ich mich dann. Woher kommt diese: „Es ist mir egal, ich lebe mein Leben“-Mentalität. Hätte man früher so gedacht, hätte es nie die Berühmtheiten gegeben. Persönlichkeiten, die die Welt zum Positiven verändert haben: Ghandi, Platon, Einstein, alle sind heute mit Bestandteil unserer Geschichte und werden wohl kaum in naher Zukunft in den Geschichtsbüchern vergessen werden.
Ausgerechnet diese Leute sind es auch, die sich auf ihre Traditionen berufen, die ihr Fleisch weiter konsumieren, mit ihren Auto fahren, Güter in umwelt-schädlicher Form kaufen. Alles mit der faulen Begründung das der Einzelne eh nicht ändern kann? Man bekommt das Gefühl, dass sie sich hinter 8 Milliarden von Menschen verstecken und möglichst für alle unsichtbar sein wollen, da sie sich tief im Inneren doch irgendwie in Grund und Boden schämen.
Und das Irrste an der Sache ist: Wenn es doch jemand wagt dies besser zu machen oder es zumindest zu versuchen, dann zeigen sie mit erhobenen Zeigefinger auf denjenigen. Sie bezeichnen ihn als Querdenker, als realitätsfremde Person oder als störrischen Veganer. Sie wissen, dass sie nicht mit rationalen Argumenten gegen denjenigen argumentieren können. Zu einleuchtend sind die ganzen Gefahren, die multiresistenten Erreger in der Tierhaltung, Osteoporose durch die Milch, Schadstoffe in tierischen Produkten und so weiter. Aber sie wollen ihre Traditionen, sie wollen weiterhin ihrer Sucht nachgehen und folgen nur zu gern den Industrien, die genau diese Suchtmittel bereitstellen.

Es geht hier nicht um Moral. Es geht nicht darum, dass ein Mensch besser ist, wenn er vegan lebt. Es geht hier nur um die Zufriedenheit in seinem Inneren. Letztendlich entscheidet man selber über die Möglichkeit: Möchte ich die Welt ein Stück besser machen oder möchte ich weiterhin den Kopf in den Sack stecken, alle die es besser machen beschimpfen und letztendlich als ungenutztes Potenzial von der Erde verschwinden?

Berge – 10.000 Tränen

Antinatalismus – Ist es moralisch vertretbar Kinder zu kriegen?

Die Theorie des Antinatalismus unter anderem auch von Arthur Schopenhauer lehnt die menschliche Reproduktion innerhalb der Gesellschaft grundsätzlich ab.
Das heißt Menschen, die sich selbst als „Antinatalisten“ bezeichnen, lehnen es selbst ab Kinder zu bekommen. Als vorrangiges Ziel des Antinatalismus gilt der Umweltschutz beziehungsweise die Lebenserhaltung auf der Erde und einen Kollaps oder ein weiteres Ausbeuten der Natur in der Zukunft zu vermeiden.
Ich finde, wenn man sich mit der Frage beschäftigt, ob es heute moralisch vertretbar ist in der modernen Gesellschaft Kinder zu bekommen, sollte man sich auch mit folgender Frage beschäftigen: Die Moral der Menschheit im Gesamten oder auch der eigenen Moral des Individuums.

Sieht man es aus dem moralischen Standpunkt der gesamten Menschheit, dann kann man die Frage klar mit nein beantworten. Wir leben in Zeiten, wo die Lebenserhaltung von Menschen immer besser wird und auch, wo Menschen aus anderen vielleicht auch ärmeren Ländern oder anderen Religionen immer mehr Kinder bekommen. Häufig sind es Bildungslücken und religiöse Ansichten, die eine unkontrollierte Reproduktion gerade in afrikanischen oder südamerikanischen Ländern vorantreiben.
Wenn man selbst es besser weiß und auch zu dem Standpunkt angelangt ist, dass eine weitere menschliche Reproduktion für den Planeten nicht zu befürworten ist, dann sollte man sich klar dagegen entscheiden Kinder zu bekommen. Nur mit einer Abnahme der menschlichen Zivilisation würde sich der Planet wieder etwas erholen können und auch die Tierwelt sich wieder vermehren.

Und dennoch haben viele Leute bei der Ein-Kind-Politik aus China aufgeschrien. Viele hatten es als unmenschlich bezeichnet, da es einfach nicht den eigenen menschlichen Instinkten entspricht…

Dabei stellt sich die Frage nach dem moralische Standpunkt des Individuums. Ich selbst bin kinderlos, aber dennoch habe ich aus familiären Gründen in meinem Leben viel mit Kindern zu tun gehabt. Wir alle haben den natürlichen Antrieb in uns und sind genauso wie die Tiere darauf veranlagt uns fortpflanzen zu wollen. Wir erleben den dazu nötigen Geschlechtsverkehr als eines der schönsten Dinge in unserem Leben. Natürlich haben wir auch so etwas wie Verhütung erfunden, um uns zumindest im kontrollierten Maße fortzupflanzen.
Aber die Veranlagung uns fortzupflanzen ist in fast jedem von uns vorhanden. Warum eigentlich? Kinder können viel Stress, eine Menge Ärger, dauerhafte Geldprobleme in der Zukunft und vieles weitere bedeuten.
Darüber ließe sich spekulieren, aber man kann sagen, dass es der Wunsch nach Unsterblichkeit ist, es ist der Wunsch jemanden zu haben, in denen das eigene Erbgut weiterlebt. Man fühlt sich als Mensch im Spiegel seiner eigenen Kinder. Auch ist es der Wunsch, seine eigene Kindheit in den Augen eines Kindes wieder zu erleben. Vielen Erwachsenen ist die Leichtigkeit das Leben zu sehen abhanden gekommen und man möchte gerne diese „Leichtigkeit“ im Leben erneut durch die Augen eines Kindes sehen.
Es mag zwar anhand der Krise in der Welt egoistisch erscheinen, aber soll man den moralischen Standpunkt eines Individuums dabei berücksichtigen. Das heißt wir können nicht von jedem Einzelnen die ultimative Selbstaufopferung verlangen.
Aber sollte der moralische Standpunkt eines Individuums auch folgender sein: Können wir die Zukunft den Kindern bieten, die wir ihnen bieten wollen? Müssen Kinder eventuell in einer Welt leben, die von uns ausgebeutet hinterlassen wurde? Können sie miteinander leben ohne die Hölle auf Erden in Form von Kriegen miteinander leben zu müssen?

Ich kann die Frage, ob ich selbst Kinder haben möchte nicht abschließend beantworten. Aber vielleicht ist es auch möglich Kinder zu adoptieren, denen eine Zukunft zu geben, die bisher keine richtige Zukunft haben. Dann kümmert man sich um die, die schon auf der Welt vorhanden sind, hat aber auch einen sehr großen Anteil zum Erhalt des Planeten beigetragen.

Eine Neuformulierung von Utopias Idee und eine sozialkritische Analyse der modernen Gesellschaft

Konsumkritik

Mit den Anfängen der neuen freien Welt hat sich im Laufe der Zeit eine Gesellschaftsform etabliert das man „Kapitalismus“ nennt. Ein idealer Kapitalismus würde so funktionieren, dass jeder Mensch durch sein eigenes Streben für seinen eigenen Erfolg sorgen kann. Dies entspreche auch den “amerikanischen Traum”. Es wurden Gesellschaften gegründet, es wurden neue Wissensgebiete erforscht. Dem Kapitalismus ist sicher auch die Industrialisierung zu verdanken. Viele Menschen entwickelte durch den Kapitalismus den Ehrgeiz an der Gesellschaft teilzuhaben und einen möglichst hohen Stand in der Gesellschaft zu entwickeln. Anfangs klang dies wie ein guter Plan, allerdings stellten sich im Verlauf der Zeit auch die Schwächen in den Plan heraus. Angetrieben durch den eigenen „Erfolg“ haben Menschen angefangen, wie in einer natürlichen Nahrungskette, die weniger „guten“ (also die weniger gebildeten, die gesellschaftlich schlechter gestellten) Menschen zu unterdrücken, um skrupellos zu noch mehr Erfolg zu führen. Sicher wurde von Seiten der Politik versucht, solche Missstände durch ein Modell der sozialen Marktwirtschaft, einzugrenzen, aber das System der Ausnutzung bleibt bis heute bestehen.

Schlimmer noch wir Deutschen und viele Länder der westlichen Welt sagen, wir stehen recht gut da, weil selbst der „Ärmste“ bessere Chance hat als ein Mensch aus Afrika. Wir haben damit einen Nationalsozialismus in einer völlig anderen und modernen Form eingeführt. Wir konsumieren das, was andere Menschen in anderen Ländern unter erbärmlichen Bedingungen produzieren. Wir wollen im Überfluss konsumieren, wir wollen unter den Schein „einer gerechten Gesellschaft“ jeden „von uns“ diese Art von Konsum ermöglichen und beuten damit Menschen aus ärmeren Ländern und Tiere gleichermaßen aus. Wir haben die Menschen aus Drittweltländern zu einfachen Arbeitskräften degradiert. Wir haben die Tiere in Fabriken gestopft, um jeden den Fleischkonsum möglichst billig zu ermöglichen.

Deswegen bleibt als Fazit nur zu sagen: Wollen wir die Gesellschaft ändern, müssen wir als erstes unseren eigenen Konsum ändern.

Natürlich kann man sich fragen: Wie soll ich meinen Konsum ändern? Das Einkaufen bei Adidas, Nike, H&M, Streetwear etc. wird heutzutage als völlig normal angesehen. Sicher besitzt man wie viele andere auch, eine Geiz ist Geil Mentalität. Aber geh doch einfach mal in einen Laden rein. Schau dir etwas an, was mit der Hand produziert werden müsste, rechne einen Stundenlohn von 8,50€ pro Stunde dagegen und dann frage dich: „Wenn ich das Produkt selbst herstellen müsste, wie viel Zeit würde ich da rein stecken? Kann ich das Produkt dann wirklich zum gleichen Preis mit einem Stundenlohn von 8,50€ verkaufen?“ Die Antwort ist ein klares Nein! Deswegen jedes Mal, wenn Du etwas für einen günstigen Preis kaufst, das nicht aus fairen Handel stammt, machst Du dich an den Missständen woanders schuldig. Du unterstützt mit dem Kauf eines solchen Produktes die Ausbeutung anderer Arbeiter. Wenn Du deinen Konsum verändern willst, bleibt Dir nichts anderes übrig, als Kleidung, Essen und andere Produkte aus fairen Handel zu kaufen. Nicht mal ein Handy kannst du kaufen, ohne zu wissen, ob es fair produziert wurde.

Ich weiß selbst, dass es sich schwierig anhört. Aber wir neigen dazu, Sachen billig einzukaufen und wenn wir sie nicht mehr brauchen weg zu werfen. Eine Jacke müsste als Äquivalenz zum Wert des Herstellungsprozesses eigentlich auch mal 10 Jahre getragen werden. Kannst Du dich daran erinnern, wann du eine Jacke zuletzt mal 10 Jahre getragen hast? Oder hast du Dir eher jährlich oder alle zwei bis drei Jahre eine neue Jacke gekauft? Sei ehrlich mit deiner Antwort auf die Frage.

Sicherlich genügt es nicht allein um den Konsum zu reden. Aber der Konsum ist maßgeblich… Dieser Konsum sorgt dafür, dass die Leute die an der Spitze der kapitalistischen Nahrungskette stehen, am meisten davon profitieren. Angefangen mit den Firmenchef bis zu einem korrupten Politiker in einem Drittweltland, der im Geld schwimmt, und in Wirklichkeit einfach nur ein Söldner der westlichen Welt ist.

Falls Du mir nicht glaubst, dann frag Dich mal wie es früher war… Du hast sicher einen älteren Verwandten, der noch die Nachkriegszeit miterlebte, das Zeitalter vor der Globalisierung des Welthandels kannte. Ich habe schon mit vielen geredet: Es war damals eine Zeit, wo man alte Dinge nicht weggeworfen hatte, sondern sie reparierte.

Ähnliches gilt auch für Tierprodukte. Mal abgesehen davon, dass es meiner Ansicht nach unverständlich ist, dass man Tiere immer noch konsumiert, obwohl man auch gut ohne diesen Konsum leben kann, beuten wir Tiere aus, indem wir auch immer mehr an Tierprodukten haben wollen. Um die Profite zu maximieren, stecken Firmenbesitzer sie in Fabriken, sie lassen die Tiere gerade mal ausgewachsen schlachten, damit sie möglichst wenig Kosten erzeugen. Auch die Bio-Haltung kann nicht als einwandfrei bezeichnet werden. Sogar die Tierfutterproduktion wird in Drittweltländern ausgelagert und dann der Umwelt schadend in Containerschiffen hierher geschifft. Auch hier gilt der maximale Profit: Mensch, Tier, Umwelt sind weniger wichtig. Willst du Mensch, Tier und Umwelt helfen? Dafür gibt es nur eine Lösung: Werd vegan!

Fühlende Lebewesen

Was ist heute eigentlich passiert? Was ist in der Zeit damals passiert? Wie kann die Menschheit zu einer solchen Perversion verkommen?

Ich mache einen kleinen Sprung rückwärts in die Zeit in der ich angefangen habe vegan zu leben. Meine Schule hat einen Klassenausflug nach Berlin gemacht, zu einem Mahnmal der Menschengeschichte, ebenso zu einem Holocaust östlich von Berlin. Mir sind richtig die Tränen gekommen… Meine Frage damals war: Wie können Menschen zu einer solchen Grausamkeit fähig sein? Sicherlich habe ich mich damals auch politisch einzusetzen versucht, Naziaufmärschen entgegengestanden, aber war dies noch längst nicht alles, was ich erfahren sollte.

Ich fand es damals ganz cool Vegetarier zu sein, mir war bewusst, dass für Fleisch Tiere sterben und ich hab der Illusion geglaubt, dass Tiere ein langes glückliches Leben haben werden und kurz vorm Tod geschlachtet werden, damit der Mensch, der seit eher und jeher Fleisch isst, sich vernünftig ernähren kann. Das ist etwas, was mir von meinen Eltern weitergegeben wurde. Es ist etwas, was ich durch die Werbung, die mir täglich gezeigt wurde und von Erzählungen anderer, als völlig normal ansah. Aber dann als ich mich näher mit der vegetarischen Ernährung befasste, bin ich auf den Film Earthlings gestoßen. Das was ich sah, hat mich in meinen Gefühlen traumatisiert, es hat mich zum Nachdenken bewegt. Es war für mich wie ein Weltuntergang.

Hast Du schon mal ein Tier in die Augen gesehen, während es geschlachtet wurde? Zieh den Vergleich zu einem hilflosen Kind. Ein Kind schaut dich mit unschuldigen Augen an. Es ist im voller Vertrauen darauf, weil du größer und stärker bist, du richtig von falsch unterscheiden kannst, es vertraut Dir sein Leben an, es vertraut darauf, dass du ihm die Nahrung gibst, das es braucht. Es versucht sich Dir mitzuteilen, auf die Art und Weise, wie es sich dir mitteilen kann. Kurzum: Ein Kind ist eine unschuldige Seele. Wir würden niemals auf den Gedanken kommen unsere eigenen Kinder zu schlachten, um sie hinterher zu essen. Aber genau so sind Tiere auch, sie unterjochen sich in der Hoffnung, dass wir richtig und falsch unterscheiden können und man kann sie ähnlich wie Kinder führen. Kinder und Tiere haben eine ähnliche Intelligenz. Und trotzdem würden wir ein Kind leben lassen und ein Schwein schlachten, um es zu essen. Welche kranke Perversion ist das?

Das tun wir dann alles noch in einem ausufernden Maß, wir zwingen die Tiere eine menschliche Ordnung auf, dass sie in tägliche Angst und Schrecken versetzt. Ein Kind, das so etwas mit anschauen müsste, weiß das dies Unrecht ist. Ein Tier stellt genauso fest, dass es unrecht ist. Es windet sich in seiner Angst, es gerät in Panik, es versucht zu fliehen, soweit es das kann. Und am Ende ergibt er sich in seiner Angst oder erlebt ein psychotisches Trauma. In der Geflügelhaltung werden zum Beispiel den Vogeltieren die Schnabel abgeschliffen, damit sie sich nicht mehr gegenseitig zerhacken können. In der Schweinehaltung knabbern sie sich gegenseitig die Schwänze und Ohren ab. Hältst Du dies für normal? Dann erlebe diese Tiere mal in der Natur: Normal ist dies nicht.

Wir verurteilen den Holocaust und üben tagtäglich ein Holocaust auf die Tierwelt aus. Wir haben die perfekte Massenvernichtungsmaschinen für die Tiere erfunden. Hitler würde uns heute dankbar für die Erfindung sein und diese Vernichtungsmaschinerie auf die Juden anwenden. Dies mögen zwar drastische Worte sein, aber ich hoffe das dies Dich zum Nachdenken verleitet.

Wir vegan lebende Menschen haben häufiger mit psychologischen Problemen zu kämpfen, allein weil wir diese Empathie gegenüber Tieren empfinden, weil wir dieses tägliche Unrecht nicht akzeptieren wollen und es dennoch täglich erleben. Manchmal wollen wir unsere blanke Wut euch entgegen schreien, manchmal wollen wir uns von diesen Planeten und von dieser perversen Zivilisation entfernen und in einer eigenen Gesellschaftsform leben. Gerade, wenn Du dich in der Weltfriedensbewegung oder veganen/linken Szene bewegst, wirst du immer den Namen der Gesellschaftsform hören: Utopia.

Utopia

Viele verstehen unter dem Begriff “Utopia” einen Roman von Thomas Morus. Thomas Morus baut in seinem Roman eine alternative Gesellschaftform vergleichbar zu den Aborigines in Australien aus. Zeitgleich ist seine Idee und sein Roman auch eine scharfe Kritik zur englischen Gesellschaft in der damaligen Zeit u.a. forderte er auch die Abschaffung der Todesstrafe.
Auffällig an Utopia ist die Grundidee die Form einer einheitlichen Währung und individuellen Besitz abzuschaffen. Thomas Morus vertritt die These, das eine Währung oder Besitz zu Gier untereinander verleitet. Wer die Aborigines kennt, der weiß auch, dass der Besitz für die Aborigines fremd war, alles gehörte der Natur und das was sie von der Natur nahmen, haben sie sich unter ihrem eigenen Stamm aufgeteilt.
Hiermit lässt sich ein Zitat von Thomas Morus zitieren:
„Indessen … scheint mir – um es offen zu sagen, was ich denke – in der Tat so, dass es überall da, wo es Privateigentum gibt, wo alle alles nach dem Wert des Geldes messen, kaum jemals möglich sein wird, gerechte oder erfolgreiche Politik zu treiben, es sei denn, man wäre der Ansicht, dass es dort gerecht zugehe, wo immer das Beste den Schlechtesten zufällt, oder glücklich, wo alles an ganz wenige verteilt wird und auch diese nicht in jeder Beziehung gut gestellt sind, die übrigen jedoch ganz übel …
Wenn ich das, wie gesagt, bedenke, werde ich dem Platon besser gerecht und wundere mich weniger, dass er es verschmäht hat, solchen Leuten überhaupt noch Gesetze zu geben, die die gleichmäßige Verteilung aller Güter ablehnten.“

Sicherlich kann man Thomas Morus Vorstellung von Utopia ablehnen (wenn man sich genauer damit mal befasst hat). Man kann die Idee von Utopia auch weiterführen.  Viele Künstler, Schriftsteller und auch Politiker tun dieses. Auch Karl Marx hat versucht eine alternative Gesellschaftsform zu gründen, die als Ziel die Abschaffung des Eigentums zur Folge hat. Man weiß, dass ein gewalttätiger Umbruch einer Gesellschaft noch nie gut ausgegangen ist … Man kann die Menschen nicht zwingen, etwas zu leben, wovon sie nicht überzeugt sind. Aber wir geraten in eine Welt, die wir in unserem schlimmsten Träumen nicht vorstellen wollen. Wir wissen was auf uns zukommt. Vielleicht die einen mehr oder die anderen weniger. Die Aborigines hatten den Vorteil, dass sie ihre Kinder mit ihrer Ideologie großziehen konnten. Es gab nur wenige Abweichler und sie konnten in der Harmonie mit der Natur leben bis die Engländer kamen.
Wir dagegen, die nichts anderes als den Kapitalismus kennen, müssen uns neu orientieren. Wir müssen lernen wieder eine Harmonie zur Natur zu entwickeln. Wir müssen lernen, was Werte zum Leben bedeuten, was Menschlichkeit bedeutet. Wir können alle nur gewinnen, wenn wir den Krieg mit Worten und nicht mit Waffen führen.
Das ist die Welt in der ich leben möchte und ich hoffe bald ist es soweit. Ich denke mit Car-Sharing, gemeinsamen Teilen, gemeinsamen Aufstehen, mit der Zunahme des gesellschaftlichen Anteils an Vegetariern und Veganern in der heutigen Zeit sind wir auf einem guten Weg dahin. Wir müssen alle dafür sorgen, dass noch mehr Menschen diesen für sie scheinbar schwierigen Weg gehen wollen… Am Ende können wir alle gewinnen und nicht verlieren.