Tiergefühle

Fühlst Du?
Dieses Leiden in der Sekunde,
wenn ein Tier für dich stirbt?
Denkst du bei einem Lächeln,
dass in derselben Stunde,
ein Atem irgendwo erfriert?

Wärt Du gerne dumm geblieben?
oder denkst du pausenlos daran?
Wieder mal bringt ein Metzger ein Tier zum Erliegen,
nur damit jemand anderes das Fleisch essen kann.

Kannst Du Dich vom Tier unterscheiden?
Glaubst Du wirklich, dass ein Tier nicht denken kann?
Jetzt sei mal nicht dumm oder bescheiden,
ein Tier fühlt, atmet, lebt wie ein Mann.

Liebe ist auch den Tieren gegeben,
auch in der Tierwelt gibt es Mutter Frau und Kind,
entscheide Dich selbst für ein veganes Leben,
damit auch ein Tier eine gesamte Welt genießt.

Nahrungsergänzungsmittel – Das Geschäft der Wunderpillenverkäufer

Im  Moment geht auch unter Veganern eine Massenmanipulation um. Das Geschäft der Wunderpillen. Dieses Geschäft gestaltet sich folgendermaßen und ist dabei so einfach, wie aber auch effektiv:

Stell Dir vor ein Vertreter der Firma X klopft an deiner Firma und sagt: Ich hab hier eine Pille, die gibt dir alles, was du brauchst. Sie ist vegan und biologisch. Es hilft Dir beim Abnehmen und versorgt Dich mit deinem kompletten Tagesbedarf. Wenn Du deinen wöchentlichen Einkauf an Bio-Lebensmitteln berechnest wirst Du merken, dass die Pille jeden Tag in den monatlichen Kosten weniger Kosten erzeugt, als weiter im Bio-Laden einkaufen zu gehen.

So oder so ähnlich sieht die Geschäftspraxis einer solchen Firma aus. Es basiert auf den psychologischen Geschäft von einer Vertrauensbindung. Der Vertreter wird nicht jemand sein, der vor der Haustür klingelt, sondern jemand aus deinem Freundeskreis, aus deiner Nachbarschaft oder einen Bekannten der veganen Szene . Möglicherweise jemand, der selbst mit einer solchen Geschäftspraxis manipuliert wurde. Diese Geschäftspraxis gestaltet sich auch besonders perfide: Sie enthält auch Studien die belegen, das was auch gesagt wird, wohl so stimmen mag. Zusätzlich noch mit ein paar ethischen Projekten, um den anderen zu überzeugen, dass die Firma auch an Ethik und Umwelt interessiert ist.

Warum aber, wenn dies der Fall sein sollte? Wurde solch eine Firma nicht lange von einem Staat aufgekauft und jene Pille nicht massenhaft verteilt? Wenn diese Versprechen alle wahr sein sollten, könnte man von heute auf morgen sämtliche Probleme in der dritten Welt lösen?
Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt keine unabhängigen Studien dazu, die solche Pillen empfehlen. Und dies auch nicht ohne Grund.
Es gibt nämlich auch genug Non-Profit Unternehmen. Wenn es eine solche Wunderpille wirklich gebe, wäre sie schon längst zu Schleuderpreisen überall auf der Welt verteilt worden ;-).

Je mehr man über solche Firmen in Erfahrung bringt, umso erschreckender erscheinen diese. Auch wissen sie perfide über ein Zusammengehörigkeitsgefühl die Massen psychisch zu manipulieren. So ist zu lesen, dass der Firmenchef in einer Konferenz die Zuschauer, die das erste Mal an dieser teilnehmen, bittet sich zu erheben und mit den Rest der Mitglieder zu beklatschen. Eine Praxis, die auch Scientology erfolgreich einsetzt. Alle die Menschen, die dann von den Nahrungsergänzungsmitteln überzeugt sind, weil sie selbst meinen die positive Auswirkungen zu spüren haben sich wahrscheinlich noch nie über einen Placebo-Effekt Gedanken gemacht. Man kann sich auch einreden, dass es dadurch einen gut geht und es dadurch auch einen besser gehen lassen, vor allem wenn dabei auch noch die psychische Kompetente durch das Zusammengehörigkeitsgefühl ins Spiel kommt. Ähnlicher Methoden bedienen sich auch Esoteriker oder Wunderheiler.

Man braucht sich im Internet nur einmal die Kommentare einer solchen Firma anzusehen, entweder wird die Firma richtig über den Klee gelobt oder es kommt vernichtende Kritik, was nicht gerade für die Seriosität und einer neutralen Betrachtung einer solchen Firma spricht.

Ich bitte euch aufzupassen, glaubt nicht alles, was einem gesagt wird. Gerade wenn es um Nahrungsergänzungsmittel geht nicht! Die beste Nahrung hat uns die Natur selbst gegeben und ist auch nur in der Natur zu finden.

Definition von Freiheit

Wenn wir über den Begriff „Freiheit“ nachdenken, denken wir erst einmal darüber nach, dass wir in einem freien Land leben, wo jeder Mensch innerhalb einer Demokratie das Recht auf eine freie Meinung hat, dass er sich frei bewegen darf wohin er es auch möchte. Diese Freiheit ist schon in unserem Grundgesetz abgedeckt und etwas was geradezu als Heiligtum verehrt wird.
Aber hinterfragen wir uns mal wirklich: Was genau ist Freiheit? Und lebe ich gerade tatsächlich in absoluter Freiheit?

Freiheit bedeutet erst mal, dass jedem Individuum (gehen wir mal von einen menschlichen Lebewesen aus) frei in allem ist. Er darf tun und lassen, was er möchte. Niemand wird ihn durch Gewalt dazu bringen, etwas zu tun, was er nicht möchte. Nur verstehen wir unter Gewalt meist die körperliche Gewalt, was aber ist mit Gewalt auf psychischer Ebene? Leben wir wirklich so in Freiheit wie wir es uns immer vorstellen?
Um es verständlich zu formulieren teile ich hier die Freiheit in verschiedenen Ebenen auf: Ich spreche von der körperlichen Freiheit, Freiheit in der Moral, Freiheit in der Sexualität, Freiheit innerhalb des Konsums.

Körperliche Freiheit
Die körperliche Freiheit ist für den Menschen weitgehend in unserem Land gegeben. Wenn wir eine generellen Freiheit für jedes Lebewesen wollen, dann müssen wir natürlich auch den Tieren ihre Freiheit zugestehen. Dies bedeutet, dass die Menschen zum Verzicht auf die Verfügung über andere Lebewesen gezwungen werden. Weiterhin müssten sie ihnen Lebensräume einräumen. Natürlich kann es auch sein, dass die körperliche Freiheit eingeschränkt wird, wie zum Beispiel bei einer Körperverletzung oder in einem Gefängnis. Allerdings regelt die Gesetzgebung es so, dass dies dann der Fall ist, wenn ein Mensch durch sein Handeln die Freiheit eines anderen einzuschränken versucht, also muss er für seine Tat „büßen“. Das ist okay so.

Freiheit in der Moral
Die Frage musst Du Dir als erstes selbst stellen? Bist du moralisch frei? Kannst Du jederzeit das tun, was Dir beliebt? Stell Dir vor, Du bist mitten in einer Stadt und möchtest anfangen zu singen? Würdest Du das auf der Stelle tun oder achtest du auf die moralische Verurteilung der anderen? Was ist mit deinen Eltern? Würdest Du einen Freund mit zu Dir nach Hause nehmen ohne dass es Dir gegenüber deinen Eltern peinlich wäre? Was ist mit deinen Nachbarn? Würdest Du dich nackt auf den Balkon bewegen? Sind wir wirklich frei in der Moral? Ich würde sagen eher nein. Sicher gibt es moralisch legitime Gründe, wo eine Moral angebracht ist, wie zum Beispiel auch gegenüber essen. Oder die Freiheit des anderen nicht durch Gestank zu verletzen, wie zum Beispiel beim Pupsen. 😉

Freiheit der Sexualität
Noch nie gab es so eine Zeit mit dem Wunsch frei in der Sexualität zu sein, wie jetzt. Wirklich frei kann man erst in der Sexualität sein, wenn es egal ist, ob du Mann Frau Transgender ist ohne dafür Vorteile zu kriegen oder Nachteile hinnehmen zu müssen. Klar die Natur hat uns körperlich geformt. Es mag sein, dass Männer in der Regel körperlich stärker sind als Frauen. Frauen werden ebenfalls von ihrer Natur der Menstruationsblutung und der Schwangerschaft beeinflusst und haben dadurch gesellschaftliche Nachteile. Aber diese Eigenschaften dürfen sich nicht auf die Freiheit auszuwirken. Auch sind viele Vorlieben, die nicht die Freiheit eines anderen einschränken, generell von der Gesellschaft verurteilt. Auch hier besteht noch Nachbesserungsbedarf. Im Ganzen aber finden wir uns auf den Weg dahin in der Sexualität frei zu sein, aber sind wir es heute? Nicht wirklich.

Freiheit im Konsum
Wir leben in einem kapitalistischen Land. Geld entscheidet darüber, was wir kaufen dürfen und was nicht. Zumal leiden wir auch immer mehr unter dem Einfluss einer bewusst psychologischen Überflutung an Informationen durch Werbung. Auch wenn wir denken, dass Werbebanner auf einer Homepage zum Beispiel, uns nicht beeinflussen in unserer Kaufentscheidung, so tun sie es dennoch unterbewusst. Du kannst ja mal einen Selbsttest machen, schau dir einzelne Sachen im Laden an und überlege, ob du sie schon mal als Werbung irgendwo gesehen hast? Du wirst merken, dass du vermehrt auf die Dinge achtest, die du schon mal zuvor gesehen hast und mehr geneigt bist sie zu kaufen. Ein Grund warum ich so gar nicht mehr gerne in die Innenstadt einkaufen gehe.
Weiterhin beeinflussen uns unsere Mitmenschen, sie zeigen uns was sie besitzen und dann haben wir das Bedürfnis es auch haben wollen, weil wir es für den Moment äußerst praktisch empfinden. Aber meist brauchen wir es dann doch nicht so, wie wir dachten?
Wir werden ständig fast 24h am Tag durch Medien manipuliert. Können wir deswegen von einer Freiheit im Konsum sprechen? Uns wird vorgespielt, dass wir frei in der Entscheidung sind zu kaufen und dennoch werden wir so bewusst psychologisch manipuliert, dass wir das kaufen, was die Verkäufer/Firmen wollen. All dies betrachtet sind wir nicht frei in unserem Konsum.

 

Echte Freiheit ist dann für mich vorhanden, wenn man jederzeit in der Lage ist seine Gefühle ausdrücken zu dürfen, zu handeln wie man es wünscht ohne die Freiheit eines anderen dabei einzuschränken und man dabei nicht von anderen beeinflusst wird. Man kann versuchen Werbung zu verbieten, aber wir können auch versuchen uns selbst zu befreien. Wenn wir uns bewusst werden, wie wir manipuliert werden, so können wir uns dem entgegen stemmen und das kaufen, was wir wirklich haben wollen. Auch sollten wir uns hüten andere Menschen moralisch durch das gesagte Wort zu verurteilen oder sie zu locken. Weiterhin sollten wir andere Lebewesen nicht essen in dem Bewusstsein, dass ihre Freiheit mehr wird als unsere für einen kurzen Zeitraum das essen zu dürfen, was wir essen wollen. Denn nur so können wir auch die Freiheit anderer Lebewesen respektieren, wie wir auch unsere eigene respektiert haben wollen und dies auch zurückbekommen.

Tiere träumen…

Wie kannst Du behaupten, dass Menschen träumen,
aber Tiere träumen nicht?
Warum meinst Du, du wärst einzig und allein,
in der Liebe der Natur und des Lichts?

Kannst Du Dir 10.000 Träume vorstellen?
Die du einzig allein durch deinen Genuss zerstörst?
Vegan bedeutet nicht sich zu verstellen,
Achtung vor anderen Leben ist das, was sich gehört.

Hast Du keine Träume von Kindern?
Aber Tiere haben sie nicht?
Siehst du in die Augen von Schweinen und Rindern?
Und erkennst keinen träumenden Blick?

Träume sind Erinnerungen und Gedanken,
oder auch eine Vorstellung von Glück.
Auch Tiere träumen,
sie schlafen und lächeln wie ich.

Dein Leben

Viele der Leser dieses Blogs hier, die tragen ebenso sehr den Wunsch im Herzen, die Welt zu einen besseren Ort zu machen, wie ich. 🙂

Aber was man bei den ganzen Aktionismus, der ganzen Arbeit, die wir jeden Tag einbringen, nicht vergessen darf: DU hast ein Recht darauf glücklich zu sein.
Es heißt zurecht: Wir leben nur einmal, niemand hat uns gefragt, ob wir geboren werden wollen. Wir vegan lebende Menschen, die so leben, dass wir den anderen Mitgeschöpfen keinen Leid verursachen, sollten eigentlich die glücklichsten Menschen der Welt sein.

Daher kann ich hiermit nur sagen, lass dich von deinen Mitmenschen nicht frustrieren, da sie es anscheinend nicht besser wissen. Gehe raus, schließe die Augen, atme die Luft der Blüten durch die Nase, beobachte die Tiere, wie sie durch das Gras springen. Statt darüber nachzudenken, was wir nicht haben, versuch das zu genießen, was wir haben. Du lebst und hast ein Recht darauf glücklich zu sein. Ich werde es auch tun und meine Welt für einen Moment anhalten um in meinen Träumen zu leben.

Ich liebe euch alle <3

Und vielleicht hilft euch ja auch dieses Lied dabei kurz abzuschalten.

Viele Wege führen nach Rom – einer nach Vegan Utopia?

Im letzten Post habe ich darüber nachgedacht wie eine autarke Gemeinschaft als Vegan Utopia aussehen könnte. Heute will ich mögliche, vielleicht sogar notwendige Veränderungen in unserer Gesellschaft ansprechen, die uns näher an ein reales Vegan Utopia bringen können. Wie viel davon Utopie bleibt und was davon Realität wird, wird die Zeit zeigen.

Jeden Tag 200 neue Veganer in Deutschland

 Täglich kommen schätzungsweise 2000 neue Vegetarier und 200 neue Veganer in Deutschland hinzu. Das bedeutet, dass durchschnittlich jährlich 730.000 Veganer dazu kommen. Bei einer Bevölkerungszahl von 80 Millionen Einwohnern, von denen bereits 1,3 Millionen Veganer sind, wäre Deutschland in rund 108 Jahren veganisiert. Es stellt sich nur die Frage, ob uns noch so viel Zeit bleibt, bis der Planet kollabiert…

Ego oder Ethiker?

Es gab eine Zeit, kurz nachdem ich tiefer in die Vegane Szene in den social media getaucht bin, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Dort traf ich auf zwei Lager. Einmal die “Ego-Veganer”, die ihr Augenmerk ausschließlich auf die gesundheitlichen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung legen. Und zum anderen traf ich auf ethische Veganer, die sich insbesondere für die Tierrechte stark machen.

Nicht nur zwischen Omnivoren und Veganern findet ein verbaler Schlagabtausch statt. Auch zwischen diesen zwei Veganlagern habe ich das bereits oft genug erlebt. Es gibt nicht DAS Vegan, sondern es gibt verschiedene Motive auf Tierprodukte in der Ernährung und/oder auf Tierprodukte insgesamt zu verzichten. Leider werden Produkte bereits als vegan etikettiert, wenn offensichtlich nichts Tierisches enthalten ist. Und die Egos fühlen sich meist persönlich angegriffen, wenn die Ethiker darauf aufmerksam machen…

Vegan ist nur der Anfang einer größeren Veränderung…

In unserer schnelllebigen Konsumwelt, die vor chemisch verarbeiteten Fertigprodukten nur so überquillt, finde ich das sehr fatal.

In einer Gesellschaft, die immer schneller, höher, weiter und effektiver werden will, in der auch der einzelne Mensch versucht sich immer weiter zu optimieren, boomen eine pflanzliche Ernährung zum Gewichtsverlust, Superfoods zum Muskelaufbau, für gesteigerte mentale Stärke… Darunter subsummiere ich die “Ego-Veganer”. Es sind auch meist diese, die sich von mir angegriffen fühlen, wenn ich sage, ein veganes Eis von Langnese (gehört zum Unilever-Konzern) unterstützt das Leiden von Tieren.

Darum sage ich, dass das offensichtliche Vermeiden von Tierprodukten noch lange nicht bedeutet, dass keine Tiere involviert sind. Mit dem Eintritt in ein veganes Leben wird auch das Denken und Hinterfragen eingeschliffener gesellschaftlicher Routinen wichtig.

Wir werden nichts zu Gunsten der Tiere verändern können, wenn wir auf einem anderen Weg ihre Ausbeutung wieder unterstützen. Wir müssen aus der “Alles ist schon vorgefertigt, wir müssen es nur noch kaufen”-Spirale aussteigen. Und nein, das hat nichts mit dem Superveganer zu tun, sondern es ist eine notwendige Konsequenz für eine vegane Zukunft.

Es hat viel mehr mit der Bequemlichkeit der Mehrheit der Gesellschaft zu tun, die auch von bekennenden Veganern oft überwunden werden muss.

Rom versus Vegan Utopia

 Wie komme ich nun zum Posttitel? Was hat der bisherige Text damit zu tun?

Das Römische Reich hatte sehr viel mit unserer heutigen “schneller, höher, weiter”-Gesellschaft gemeinsam. Die Kaiser, der Senat, oder auch einfach Politiker haben das gemeine Volk mit Spiel und Spaß im Kolloseum abgelenkt, die Kaufleute haben Wein getrunken und exotische Speisen gegessen…

Die Römer haben ihr Reich immer weiter expandiert und sich anderen Menschen, die keine Römer waren, überlegen gefühlt.

Wenn dieser Absatz umgeschrieben und historisch unserer Zeit angepasst wird, finde ich keinen Unterschied zu unserer heutigen Gesellschaft. Provokant formuliert: das damalige Rom und unser westlich-industrielles Lebensmodell stehen sich in nichts nach.

Viele Dinge, Rohstoffe, sogar Menschen finden ihren Weg in diese Lebensart. Rom hat damals aktiv erobert und expandiert. Das diese Lebensweise viele hundert Jahre später wieder den gleichen Effekt erzielt, wundert mich nicht. Wir leben in einem modernen Rom.

Das Römische Reich ist allerdings auf seinem Höhepunkt auch gefallen… Wie lange wird es noch dauern, bis das Gesellschaftsmodell des Kapitalismus kollabiert?

Konsum unterstützt den Kapitalismus

 Wenn wir wirklich einen Schritt hin zu Vegan Utopia machen wollen, müssen wir als erstes das Hamsterrad des Konsums mit seinen so wundervollen, leckeren Fertigprodukten verlassen. Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass wir nichts Tierisches essen.

Wir müssen uns zuerst mit unserem eigenen Konsum auseinandersetzen. Ein Shampoo aus der Plastikflasche ist genauso ein Fertigprodukt wie etwa das oben erwähnte Langneseeis. Warum sind wir ständig am Kaufen? Warum benutzen wir so viel Einwegprodukte? Warum sind wir zu bequem, um nach nachhaltigen Alternativen zu suchen?

Das alles kurbelt die “Schneller, höher, weiter”-Spirale an. Mein Plädoyer lautet daher:

Wenn wir einem realen Vegan Utopia näher kommen wollen, müssen wir zu allererst unseren eigenen Konsum hinterfragen.

 Die Veränderung beginnt im Kopf. Dieser mentalen Veränderung muss dann auch eine Verhaltensveränderung nach außen folgen. Ein autarkes Vegan Utopia wird nicht existieren können, wenn wir nur konsumieren wollen…

 

Dieser Text ist mit Sicherheit kontrovers. Es sind meine persönlichen Ansichten. Der Veganismus muss sich weiterentwickeln. Aus meiner Sicht als Erstes weg vom Dauerkonsum des Kapitalismus.

Lasst mich doch gerne wissen, wie ihr dazu steht. Oder vielleicht habt ihr noch weitere Sichtweisen, was wir tun müssen, um Vegan Utopia Realität werden zu lassen.

Politeia – Platons Idee eines gerechten Staates

Platon galt als eines unserer größten Vordenker. Er war zumindest eines der begabtesten Denker seiner Zeit im antiken Griechenland. Viele wissen, dass das alte Griechenland auch für die Philosophie sehr bekannt war. Daher ist es auch nur wenig wunderlich, dass Platon eine Idee eines gerechten Staates formulierte. Diese Idee ist meiner Meinung eines seiner am meisten missverstandenen Werke und dieses Werk ist etwas, was nach wie vor heute Gültigkeit hat. Genau genommen halte ich Platons Politeia für die utopische Vorstellung eines gerechten Staates. Wer von einem utopischen Staat träumt, der muss sich meiner Meinung nach mindestens einmal mit Platons Politeia auseinander gesetzt haben.

Wichtig ist, dass Platon in seinem Staat folgende Kategorisierungen vornimmt: Er unterscheidet zwischen den Begehren, der Tatkraft und der Vernunft. Logisch dabei zu sagen ist, dass jeder Mensch alle drei Stufen verfolgt oder es zumindest dies tun sollte. Platon meint aber, dass es für einen Staat gesund ist, wenn man die Menschen in ihren Rollen darin unterteilt, dass sie nur eines der drei Dinge in ihrem Hauptanliegen erfüllen. So sind zum Beispiel die Bauern für das Begehren verantwortlich. Nach Platon ist zum Beispiel Hunger ein Begehren. Begehren umfasst hier alles, was der Mensch zum Überleben oder zur Erfüllung seiner Begierde braucht.
Die Tatkraft hingegen wird von den Wächtern erfüllt. Diese führen ohne zu hinterfragen die Befehle ihrer Herrscher aus. Sind also für die Überwachung des Volkes notwendig. Sie sind die Exekutive der Vernunft.
Die Vernunft dagegen sind in Platons Politeia die Philosophen. Platon war der Meinung, dass nur ein Philosoph, der sich mit Ethik, der Frage nach dem, was gerecht ist, und sich auch mit der Frage des Lebenssinn beschäftigte, ein wahrer Herrscher sein kann. In Platons Idee versucht ein Herrscher sich komplett frei zu machen von seinem Egoismus, seiner materiellen Begierde oder auch zur Bindung mit seiner Familie. Ein Herrscher also ein Philosoph darf nur nach dem höheren Wohl bestrebt sein. Er verzichtet auf Eigentümer, er verzichtet auf seine Familie. Seine Worte und seine Entscheidungen richten sich allein nach dem Wohle des Volkes.

Wenn nicht […] entweder die Philosophen Könige werden in den Staaten oder die jetzt so genannten Könige und Gewalthaber wahrhaft und gründlich philosophieren und also dieses beides zusammenfällt, die Staatsgewalt und die Philosophie, die vielerlei Naturen aber, die jetzt zu jedem von beiden einzeln hinzunahen, durch eine Notwendigkeit ausgeschlossen werden, eher gibt es keine Erholung von dem Übel für die Staaten […] und ich denke auch nicht für das menschliche Geschlecht, noch kann jemals zuvor diese Staatsverfassung nach Möglichkeit gedeihen und das Licht der Sonne sehen, die wir jetzt beschrieben haben. (Platon)

Wenn diese drei Kategorisierungen im Grunde in einem Staat erfüllt worden sind, dann ist der Staat ziemlich nahe an Platons Politeia (was er auch als Licht der Sonne bezeichnet). Die Frage, die hier zu stellen ist: Wie kann ein Herrscher gerecht herrschen? Diese Frage stellt sich auch Platon in seinem Gerechtigkeitsprinzip:

Die schlimmste Art der Gerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. (Platon)

Er ist nämlich der Ansicht, dass viele Menschen aus der Idee einer falschen Gerechtigkeit heraus handeln. Auf dieses geht er auch ein bisschen in seinem Höhlengleichnis ein. Die aktuellen Herrscher vermitteln den Menschen einen falschen Gerechtigkeitssinn, um die Menschen an sich zu binden und ihre Herrschaft zu legitimieren. Sie nutzen die Idee der Gerechtigkeit aus, um ihre eigene Interessen zu verfolgen. Die Frage ist: Kann es gerecht sein, meinem Feind Unheil anzutun, wenn er mir Unheil angerichtet hat? Schon Platon wusste die Frage nach dem „Auge um Auge, Zahn um Zahn“-Prinzip mit einem klaren Nein zu beantworten. Er wusste, dass jemand der das Schwert der Gerechtigkeit  schwingen will, in der Lage sein muss, über die Fehler seiner Mitmenschen zu stehen und ihnen die Bedeutung der Gerechtigkeit zu zeigen. Auch fragt Platon anschließend danach, ob dann die Gerechtigkeit einen selbst nützt? Scheint es doch mehr ein aufopferndes Verhalten zu sein in Anbetracht dessen, dass man über die Fehler anderer Menschen hinwegsehen muss. Diese Frage beantwortet er mit: Ja, sie nützt mir. Wer im Namen der Gerechtigkeit auftritt verhilft der gesamten Gesellschaft darin die Gerechtigkeit einzuführen und ermöglicht es damit, wenn er genügend Anhänger findet, auch selbst besser zu leben.

Das Gerechtigkeitsprinzip besteht auch in der Aufteilung von materiellen Eigentümern. Platon lehnt materielles Eigentum ab und ist der Meinung, dass Leute in Machtpositionen sei es als Wächter (Tatkräftige) und auch der Herrscher (Vernünftige) komplett auf Eigentümer verzichten müssen, damit es in einem Staat gerecht zugehen kann.

Das ist der beglückteste Staat, in welchem das Mein und Dein am wenigsten gehört wird, weil da die Bürger alles was Achtung verdient, am meisten gemeinschaftlich brauchen. (Platon)

Viele von uns wissen, dass Platon Vegetarier war, was zur damaligen Zeit fast schon der veganen Ernährung entsprach. Einfach aus dem Grunde, dass selbst gegenüber Tieren nach Platons Ansicht Gerechtigkeit geben muss. Sie teilen zwar nicht unser handwerkliches Geschick und unsere Sprache, aber auch sie haben ein grundlegendes Bedürfnis nach Nahrung und existenzieller Sicherheit. Wer also sich selbst diese beiden Bedürfnisse zugestehen will, muss auch anderen Lebewesen, auch wenn es scheinbar primitive Lebewesen sind, eben jene beide Bedürfnisse zugestehen. Denn nur so neigt der Mensch zu Vollkommenheit. Wer anfängt zu selektieren, wer die Erfüllung der Bedürfnisse verdient und wer nicht, der wird niemals im Leben gerecht handeln können.

Wie ihr seht, wäre es selbst heute noch ein weiter Weg zu Platons Politeia. Wir können sein Höhlengleichnis als Kritik auf unsere Gesellschaft anwenden, wo Medien, Politiker und sogar Lebensmittelindustrien so manches Ungerechte als gerecht verkaufen. Unsere Aufgabe ist es alles was wir tun, was wir erfahren und was wir sehen kritisch zu hinterfragen. Selbst als wir vegan lebende Menschen, die die Missstände der Tiere beenden wollen, dürfen uns niemals der „Rache“ hingeben, im Glauben daran, dass es für die Tiere gerecht sei. Ebenso müssen wir unsere Mitmenschen, ob wir sie mögen oder nicht, ihnen zuhören und zu Wort kommen lassen. Wir wissen, dass wir es besser machen, also lass uns allen anderen helfen, dies auch zu tun.

Nachdenklich

Nach über 2000 Jahren suchen heute Menschen nach den Sinn des Lebens,
Menschen haben ihren Sinn in einfachsten Dingen gefunden,
ihren Hunger zu stillen, eine Familie zu gründen, sich eine Sicherheit aufzubauen.

Jetzt wo sie all die Sicherheiten haben,
nicht mehr wissen, was sie tun sollen,
langweilen sie sich.

Sie bekämpfen die Langeweile,
indem sie Sachen kaufen für ein kurzes Vergnügen,
von dem sie später dann genug haben.

Sex, Autos, Häuser ist hier das Maß aller Dinge,
doch was haben sie davon,
wenn sie verrottet in ihren Gräbern liegen?

Minimalismus – Warum nicht jeder technische Fortschritt schlecht ist

Wenn wir uns mit den Begriff Minimalismus beschäftigen, dann beschäftigen wir uns als erstes mit der Philosophie unser eigenes Leben aufzuräumen. Der Grundgedanke ist mit dem zu leben, was wirklich für das eigene Leben als notwendig zu betrachten ist. Wir wollen, indem wir uns minimalisieren, nicht mehr ein Haufen „Dinge“ bei uns haben, die wir vielleicht überhaupt gar nicht mehr brauchen. Aber auch sehen viele im Begriff Minimalismus eine Tendenz sich qualitativ hochwertigere Ware zu kaufen. Dies könnte zum Beispiel damit geschehen, dass lieber ein Auto von Volkswagen als von Peugeot gekauft wird oder auch damit, dass man lieber auf alte Technologien setzt, denen nachgesagt wird, dass sie über Jahrzehnte halten, wie zum Beispiel Bildschirme statt neue Technologien die schnell kaputt gehen.

Wieder andere sehen in Minimalismus auch eine Grundlage darin, jeden gesellschaftlichen als auch technischen Fortschritt aus ihrem Leben zu verbannen. Sie wollen so etwas wie eine künstliche Intelligenz, die den Haushalt steuert, gar nicht in ihrem Leben haben. Sie setzen lieber auf Bücher statt eReader. Sie verstehen den Minimalismus so, ihr Leben sozusagen minimal zu halten. Dies bedeutet in einer früheren Zeit zu leben, indem man sich mit technologischen Neuheiten gar nicht erst auseinander setzt und lieber bei altbewährten im Leben bleibt.

Ich persönlich sehe eine solche Einstellung eher kritisch. Schließlich ist der Trend minimal zu leben auch mit dem Trend so umweltfreundlich wie möglich zu leben verbunden. Das heißt wir minimalisieren uns, verkaufen Dinge, die wir nicht brauchen, aber leben auch so, dass wir die Dinge, die wir haben effektiv nutzen können. Wir nehmen ein wenig mehr Geld in die Hand und nutzen zum Beispiel unsere Waschmaschine statt 3-4 Jahre lieber 10 Jahre. Aber muss man, um umweltfreundlich leben zu können, jeden technologischen Fortschritt verteufeln?

Nehmen wir zum Beispiel einen eReader. Viele Minimalisten greifen lieber zu einem Buch. Sie kaufen sich das Buch ein und verkaufen es eventuell später wieder oder sie bewahren es sich auf, wenn sie es noch häufiger lesen wollen. Aber warum muss man einen eReader deswegen verteufeln? Im Ökobilanzvergleich zwischen einen eReader und Büchern liegt die Ökobilanz eines einzelnen eReaders gleich auf mit insgesamt 8 Büchern. Viele vergessen nämlich, dass ein Buch auch einen ganzen Herstellungsprozess hinter sich hat. Das dafür ein Baum gerodet werden muss, dass das Papier hinterher gebleicht wird. Sicher gibt es auch Bücher die aus 100% recycelbaren Papier hergestellt werden, aber diese sind eher in der Seltenheit. Zudem brauchen Bücher auch einfach viel mehr Platz. Einen einzelnen eReader kann man sich überall aufbewahren und es ist einfacher ihn unterwegs mit dabei zu haben und auch mal im Zug oder im Flugzeug damit zu lesen ohne das man sich dann für ein einzelnes Buch entscheiden muss.
Das heißt ein eReader bedeutet nicht nur Luxus oder Bequemlichkeit, bei Viellesern liegt ein eReader in der Ökobilanz vorne. Natürlich ist dies nichts für Leute, die vielleicht mal ein Buch pro Jahr lesen.

Ein weiteres Beispiel liegt im Bereich der Home Automation. Wenn man es schafft, die Heizungen immer optimal einzustellen, so dass man immer eine sehr gute Ökobilanz seiner Heizkörper hat, dann ist dies natürlich hervorragend. Aber ganz ehrlich, wer bekommt dies schon hin? Denkt man immer daran, sobald man sich auf den Weg nach draußen befindet, das Fenster aufmacht oder sich ins Bett legt, die Heizungen herunter zu drehen? Natürlich gibt es auch Leute, die gerne frieren und ihre Heizungen im Winter auf einen Mindestwert halten, aber sollte man auch nicht so minimal leben, dass die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden darunter leidet. Ich finde nicht, dass man eine Home Automation verteufeln muss. Eine moderne künstliche Intelligenz denkt mit, es gibt KI’s, die erkennen es, wenn eine Person sich aus dem Haus bewegt, indem die WLAN Verbindung des Handys abbricht und stellen deshalb die Heizungen herunter. Genauso kann man sie auf bestimmte Timer einstellen, so dass die Heizung in der Nacht herunter fährt. Ebenso erkennt eine Home Automation Technologie, wenn ein Fenster auf ist.
Natürlich kann es dabei datenschutzrechtliche Bedenken geben, aber ich wollte euch hiermit positive Beispiele von moderner Technologie aufzeigen, die nicht gegen das Minimalismusprinzip verstoßen und auch für eine positive Ökobilanz sorgen. Erneuerbare Technologien und immer effizientere Systeme bei Herdplatten, Waschmaschinen etc. erwähne ich hier erst gar nicht. Das dies ökologisch sinnvoll ist, sollte jedem klar sein.

Albino – Respekt

Ich finde das Lied passt perfekt zu Veganismus und Utopia. Jeder der sich mit den Gedanken an ein veganes Utopia beschäftigt, sollte sich das Lied hier mal anhören ;-):