Inklusion für eine gerechte Gesellschaft

Letzten Samstag war ich in Hamburg auf dem „Grenzen sind relativ“ Festival.
Das Festival war großartig, es gab verschiedene Musiker mit Musik in verschiedenen Sprachen und Kunstprojekte, die den Weg in eine alternative Gesellschaft zeigten. Eine Gesellschaft, die aus möglichst wenig Grenzen zwischen Menschen besteht.
Auch kamen Themen zum Umweltschutz auf und auch wie sich der Mensch für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen kann.

Folgender Satz von dem Abend geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: „Eine gerechte Gesellschaft ist dann vorhanden, wenn Inklusion nicht mehr benötigt wird.“

Es erinnert mich an meine Vorstellungen vom utopischen Staat. Aber was heißt gerecht? Was bedeutet Inklusion? Schließt Inklusion Tiere mit ein?

Gerecht bedeutet in erster Linie auf andere Lebewesen ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Indem wir Lebewesen gleich behandeln, ihnen die gleichen Chancen im Leben geben und ihnen dieselben Grenzen, wie anderen festlegen. Niemand darf zum Beispiel beim Gesetz bevorzugt werden und niemand darf das Gesetz verletzen. Hier haben wir die gerechte Gleichbehandlung und gleichzeitig auch das Gesetz als Grenze für jeden.
Was ist mit Lebewesen, die die Gesetze nicht kennen oder nicht in der Lage sind sie zu verstehen? Aufgrund einer schweren geistigen Behinderung oder Kinder zum Beispiel. Wenn sie angenommen gegen ein Gesetz verstoßen, sind sie in der Regel schuldunfähig.

Und was bedeutet Inklusion? Inklusion bedeutet Lebewesen in eine Gruppe mit einzubeziehen. Ein Hörgeschädigter auf einem Gymnasium zum Beispiel, sollte mit in die Klasse mit einbezogen werden. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass er bestimmte Geräte bekommt, die ihn ermöglichen im Unterricht besser zuzuhören oder auch dadurch indem seine Mitschüler darüber aufgeklärt werden, dass sie sich in seiner Gegenwart leise verhandeln und deutlich sprechen, wenn sie mit ihm kommunizieren wollen.

Auch Tiere könnten wir in unsere Gesellschaft mit einbeziehen. Sie sind zwar nicht in der Lage zu kommunizieren wie wir, aber das sind Kinder und Menschen mit geistigen Behinderungen manchmal auch nicht. Und dennoch finden wir Wege sie mit einzubeziehen. Ergo wenn wir Tiere inklusieren wollen, dann müssten wir jenen eine Möglichkeit verschaffen mit uns zu kommunizieren. Ergo müssen wir deren Bedürfnisse studieren, sie verstehen und auf sie Rücksicht nehmen. Nur so wären wir in der Lage Tiere mit in die Gesellschaft zu inkludieren.

Die andere Frage ist natürlich, ob jene Tiere mit uns leben wollen oder sie lieber ihren eigenen Lebensraum haben. Auch dafür muss zwischen Tieren, die gern bei Menschen leben, und welchen die lieber ihren eigenen Lebensraum haben unterschieden werden. Aber dies gehört ohne Zweifel zu der Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse dazu.

Eine gerechte Gesellschaft ist dann vorhanden, wenn Inklusion nicht mehr benötigt wird. Richtig… Der Satz könnte nicht treffender sein. Eine Gesellschaft kann nur dann gerecht sein, wenn ein Selbstverständnis der teilnehmenden Lebewesen vorhanden ist. Wenn es selbstverständlich ist, die Gefühle und Bedürfnisse aller zu berücksichtigen. Wenn wir in einer gerechten Gesellschaft leben wollen, sollten wir die Sprachen derer lernen, die wir in diesem Moment ausschließen. Eine gerechte Gesellschaft wäre dann vorhanden, wenn jeder die Gebärdensprache, Englisch sprechen und lormen könnte. Eine gerechte Gesellschaft wäre dann vorhanden, wenn wir die Gefühle und Bedürfnisse Kinder, geistig behinderter Menschen und der Tiere deuten und berücksichtigen können.

Vielleicht mag es jetzt unmöglich erscheinen, aber wir könnten den Weg dahin gehen und die Welt von morgen heute verbessern.

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