Ich habe einen veganen Traum

Hallo meine lieben veganen Freunde,

es ist eine Weile her, dass ihr etwas auf Vegan Utopia von mir zu lesen bekamt. Diesen Beitrag habe ich schon lange geplant. Heute findet zudem der 24-Stunden-Cube of Truth in Berlin statt. Daher finde ich, ist es genau der richtige Zeitpunkt diesen Beitrag für euch umzusetzen.

 

Prolog

„I have a dream…“ Diese vier Worte sind so bekannt, dass jedem Leser wahrscheinlich sofort klar ist, wen und was ich damit meine. Martin Luther King Jr.’s berühmte Rede vom 28. August 1963. Er hat eine bewegende Rede zur Gleichberechtigung der schwarzen und weißen Bevölkerung in den USA gehalten, die in die Geschichte eingegangen ist.

Jetzt stellt euch vor, er wäre Veganer gewesen. Welche Art von Rede wäre dabei heraus gekommen?

Nun, King sprach in den politischen WIrren der 1960er der USA. Ich werde Zeit und Raum in dieser „I have a vegan dream…“ Rede anpassen müssen. Auch erzählt King im ersten Absatz seiner Rede von der Unabhängigkeitserklärung. Leider gibt es diese Erklärung für Tiere noch nicht. Aber ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass ALLEN Tieren ihre Unabhängigkeit vom Menschen zugesagt wird und ihnen somit uneingeschränkte Lebensrechte zugestanden werden.

In dieser veganen Version von King’s Rede werde ich mich gedanklich in einen Zustand versetzen, in der es bereits eine Unabhängigkeitserklärung für alle Tiere gibt.

vegane Flagge ich habe einen veganen Traum Vegan Utopia
Copyright Pixabay

 

Stand up for the animals‘ rights

„Ich freue mich, gemeinsam mit Euch an Etwas teilzuhaben, das die größte Demonstration für die Freiheit unserer Mitlebewesen in die Geschichte eingehen wird. Vor vielen Jahren unterzeichneten Politiker aus aller Welt, die Emanzipationserklärung für sämtliche Lebewesen und beendeten damit das Zeitalter der Schlachthäuser und Massentierhaltung. Dieser bedeutungsvolle Erlass kam als ein Leuchtfeuer für Milliarden von Tieren, die in den Flammen einer vernichtenden Ungerechtigkeit ihr Leben ließen. Es kam als ein freudiger  Tagesanbruch, um die lange Nacht der Gefangenschaft zu beenden.

Aber viele Jahre später sind die Tiere immer noch nicht frei; viele Jahre später ist das Leben des Tieres von der Gefangenschaft, der Enge und den Ketten der Diskriminierung immer noch traurig verkrüppelt. Viele Jahre später lebt das Tier auf einer einsamen Insel des Leidens inmitten eines menschlichen Ozeans der Völlerei; viele Jahre später ist das Tier noch immer hingeworfen in die Ecken der menschlichen Fleischeslust und erkennt, dass es in seinem eigenen Leben nichts zu bestimmen hat.

Deshalb sind wir heute hierher gekommen, um diesen beschämenden Zustand vor aller Augen zu führen. In gewissem Sinne sind wir in die Hauptstadt unseres Landes gekommen, um einen Scheck einzulösen.

Als die Architekten unseres Gemeinwesens die großartigen Worte der Verfassung und der Unabhängigkeitserklärung der Tiere niederschrieben, unterschrieben sie einen Schuldschein, dessen EInlösung allen Menschen zufallen sollte. Dieser Schein war ein Versprechen, dass allen Tieren – ja, Schweinen, Kühen, Hühnern, Fischen ebenso wie Hunden, Katzen, Tigern, Löwen, Elefanten – die unveräußerlichen Rechte des Lebens, der Freiheit und des Strebens nach Glück garantiert seien.

Es ist heute offenkundig, das die Welt in Hinblick auf seine tierischen Bürger seine Verbindlichkeiten nicht erfüllt hat. Anstatt, dass es dieser heiligen Verpflichtung nachgekommen ist, hat die menschliche Zivilisation den Tieren einen ungedeckten Scheck ausgestellt, einen Scheck, der mit dem Vermerk zurückgekommen ist: „Nicht ausreichend gedeckt“.

Wir weigern uns, daran zu glauben, dass die Bank der Gerechtigkeit bankrott ist. Wir weigern uns zu glauben, dass es in den großen Tresoren der Möglichkeiten dieser Welt keine ausreichenden Deckungsmittel gibt. Und so sind wir gekommen, um diesen Scheck einzulösen; einen Scheck, der uns auf unsere Aufforderung hin die Reichtümer des Friedens und der Gerechtigkeit herausgibt.

So sind wir zu diesem Ort gekommen, um die Menschen an die grimmige Notwendigkeit des Jetzt zu erinnern. Dies ist nicht die Zeit, um sich den Luxus einer Abkühlung zu erlauben oder um das Beruhigungsmittel eines schrittweisen  Wandels einzunehmen.

Jetzt ist die Zeit, die Versprechen der Gerechtigkeit umzusetzen; jetzt ist die Zeit, um das dunkle und hoffnungslose Tal der Massentötungen auf den lichterfüllten Wegen der Gerechtigkeit für alle Spezies zu verlassen.

Jetzt ist die Zeit, um unsere Welt aus dem Treibsand der tierischen Ungerechtigkeit auf den festen Fels der Brüderlichkeit zu stellen; jetzt ist die Zeit, um Gerechtigkeit zu einer Wirklichkeit für alle Geschöpfe Gottes  zu machen.

Es wäre fatal für unsere Nachwelt, die Dringlichkeit dieser Bewegung zu übersehen. Dieser drückende Sommer der berechtigten tierischen Unzufriedenheit wird nicht vorübergehen, bevor ein belebender Herbst von Freiheit und Gleichheit begonnen hat.

2018 ist kein Ende, sondern ein Anfang. Und die, die hoffen, dass der Veganer Dampf ablassen musste und nun zufrieden sein wird, werden ein unsanftes Erwachen erleben, wenn die Welt zur Routine zurückkehrt.

Es wird weder Rast noch Ruhe in der Welt geben, bis dem Tier seine vollen Weltbürger- und Existenzrechte zugestanden worden sind. Die Wirbelstürme des Aufruhrs werden weiterhin die Fundamente unserer Welt erschüttern, bis der strahlende Tag der Gerechtigkeit anbricht.

Aber da ist etwas, das ich meinen Leuten sagen muss, die an der Schwelle stehen, die in den Palast der Gerechtigkeit hinüberführt. Im Zuge der Erringung unseres rechtmäßigen Platzes dürfen wir uns nicht durch unrechte Taten schuldig machen. Lasst uns nicht versuchen, unseren Durst zu löschen, indem wir aus dem Kelch der Bitterkeit und des Hasses trinke.

Wir müssen unseren Kampf jederzeit auf der hohen Ebene der Würde und der Disziplin führen. Wir dürfen nicht erlauben, dass unser schöpferischer Protest zu physischer Gewalt verkommt. Immer müssen wir uns zu jener majetätischen Höhe erheben, auf der wir physischer Gewalt mit seelischer Kraft begegnen.

Der wunderbare neue Kampfgeist, der die vegane Gemeinschaft erfasst hat, darf uns nicht dazu führen, dass wir allen Omnivoren misstrauen, denn viele unserer omnivoren Brüder, das beweist ihre heutige Anwesenheit, haben erkannt, dass ihr Schicksal verbunden ist, und sie haben erkannt, dass ihre Freiheit untrennbar mit der Freiheit der Tiere verbunden ist.

Der Angriff, den wir vorbereiten, um die Zinnen der Ungerechtigkeit zu stürmen, muss von einer Armee geführt werden, der alle Spezies angehören. Wir können nicht alleine gehen.

Und während wir gehen, müssen wir uns versprechen, dass wir immer weiter marschieren werden. Wir können nicht umkehren. Da sind die, die die Anhänger der Tierrechte fragen: „Wann werdet ihr zufrieden sein?“ Wir können niemals zufrieden sein, solange Tiere das Opfer der unaussprechlichen Schrecken menschlicher Brutalität ist.

Wir können niemals zufrieden sein, solange unsere Tiere, schwer von der Erschöpfung der Reise, keine Unterkunft in den Motels an den Fernstraßen und in den Hotels der Städte finden können. Wir können nicht zufrieden sein, solange die vorherrschende Bewegung des Tieres darin besteht, von einem Stall in ein Schlachthaus zu ziehen.

Wir können nicht zufrieden sein, solange Tiere durch Schilder mit der Aufschrift „Kein Zutritt für Tiere“ ihrer Selbstbestimmung entzogen und ihrer Würde beraubt werden.

Ich übersehe nicht, dass einige von Euch aus schwerem Prüfungen und großer Betrübnis hierher gekommen sind. Einige der angewesenden Tiere kommen gerade aus Schlachthäusern. Einige von Euch Tieren sind aus Gegenden gekommen, wo Euer Wunsch nach Freiheit dazu führte, dass Ihr von den Stürmen der Verfolgung niedergeschlagen wurdet und im Wind der menschlichen Brutalität schwankt. Ihr seid die Veteranen des schöpferischen Erduldens. Setzt Eure Arbeit in der Gewissheit fort, dass unverdientes Leid erlösende Kraft hat.

Geht zurück in die weite Welt, wissend, dass irgendwie diese Situation geändert werden kann und geändert werden wird. Lasst uns nicht schwelgen im Tal der Verzweiflung.

Daher sage ich Euch, meine veganen und tierischen Freunde, obwohl wir den Schwierigkeiten von heute und von morgen ins Auge blicken müssen, habe ich einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist in dem veganen Traum, dass diese Welt sich eines Tages erheben wird und der wahren Bedeutung ihres Bekenntnisses entsprechend leben wird: „Wir halten die diese Wahrheit für selbstverständlich, dass alle Lebewesen gleich geschaffen sind“.

Ich habe einen veganen Traum, dass eines Tages die Söhne ehemaliger Milchkühe und Menschenkinder  auf den grünen Hügeln dieser Welt miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.

Ich habe einen veganen Traum, dass eines Tages sogar die USA, ein Staat, brütend in der Hitze der Ungerechtigkeit, brütend in der Hitze der Unterdückung, in einer Oase der Freiheit und Gerechtigkeit für Tiere verwandelt wird.

Ich habe einen veganen Traum, dass meine Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie  nicht nach ihrer Spezies, sondern nach dem Wert ihres Charakters beurteilt werden. Ich habe heute einen veganen Traum!

Kleine Tierkinder und kleine Menschenkinder können sich die Hände als Brüder und Schwestern reichen. Ich habe heute einen veganen Traum.

Ich habe einen veganen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und jeder Berg erniedrigt wird. Die rauen Orte werden glatt gemacht und die verwinkelten Orte werden begradigt. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden und alles Leben wird es sehen.

Das ist unsere Hoffnung. Das ist der Glaube, mit dem ich nach Hause zurückgehe.

Mit diesem Glauben werden wir in der Lage sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung herauszuschlagen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Misstöne unserer Mitmenschen in eine wunderschöne Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.

Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Schlachthaus zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, wissend, dass wir eines Tages frei sein werden.

Das wird der Tag sein, wenn alle Geschöpfe Gottes in der Lage sein werden, mit einer neuen Bedeutung zu singen: „Mein Land von Dir, Süßes Land der Freiheit; von Dir singe ich; Land, wo meine Väter starben, Land des Pilgerstolzes; von allen Berghängen lasst Freiheit erschallen.“ Und wenn die Welt ein lebenswerter Ort werden soll, dann muss dies wahr werden.

Und wenn wir der Freiheit erlauben zu klingen, wenn wir sie erschallen lassen von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Land und jeder Stadt, dann werden wir den Tag schneller heraufführen, an dem alle Geschöpfe Gottes – Menschen wie Tiere – sich die Hände reichen und mit den Worten des alten Afroamerikanischen Spirituals singen werden: „Endlich frei! Endlich frei: Dank sei dem allmächlichtigen Gott, wir sind endlich frei.“

 

Anonymous for the Voiceless ich habe einen veganen Traum Vegan Utopia
Copyright Pixabay

 

Das ist ein veganer Traum, für den heute rund tausend Menschen in Berlin demonstrieren. Meine Schwestern und Brüder, im Gedanken bin ich bei euch.

3 Comments on “Ich habe einen veganen Traum

  1. Sehr guter Blogbeitrag,

    ja ich beobachte immer wieder, dass Leute, die sich in bestimmten von der Gesellschaft unterdrückten Gruppen befinden, sehr tolle Ideale entwickeln. Martin Luther Kings Rede lässt sich auf vieles umschreiben. Für die Tiere ist die Rede ebenso sehr gut geeignet.
    Es wäre wünschenswert, wenn all die Menschen, die sich mal in einer unterdrückten Lage befanden, auch selbst versuchen würden, sich auch für andere Lebewesen einzusetzen. Dann wäre die Welt wirklich anders. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.