(Verpasste) Chancen für die Umwelt

Viele stellen sich immer wieder die Frage: Was könnte man besser machen oder was hätte man besser machen können? Sicher gab es früher vieles, was besser und was vielleicht auch schlechter war? Gerade, wenn man im Zeitalter der industriellen Revolution ein bisschen mehr auf Umweltschutz geachtet hätte, dann wären manche Lebensbedingungen sicher heute besser. Vieles an Gewässer und Boden nicht „vorbelastet“. Aber gab es durchaus in der Vergangenheit auch Projekte, die eindeutig vieles für Mensch- und Umweltschutz beigetragen hätten, die ich hier für lohnenswert halte zu erwähnen.

Autobahntrassen
Jeder von euch kennt Elektroautos. Die meisten wissen auch, dass Batterien einen vergleichsweise geringen Wirkungsleistungsgrad haben. Das heißt eine Batterie wird mit einer bestimmten Strommenge aufgeladen und gibt anschließend eine geringere Strommenge, wenn sie verwendet wird ab. Auch entlädt sich eine Batterie mit der Zeit von alleine. Sicher gibt es Wissenschaftler, die nach Lösungen forschen, um Batterien effizienter zu gestalten, aber ein 100%-iger Wirkungsleistungsgrad ist nicht zu erreichen. Jeder von euch kennt die Bahntrassen und wer schon mal Bahn gefahren ist, der weiß, dass Bahnen sich den Strom für die Fahrt über die Trasse holen. Deswegen gibt es auch häufiger mal sichtbare Blitze, wenn man nach oben schaut. Die Erfindung der Elektroautos ist keine neue, sie ist schon alt. Das erste Elektroauto wurde schon 1896 gebaut! Die geringe Reichweite von Elektroautos war schon damals ein Problem, aber sie reichte immerhin für 100km. Es gibt nun findige Ingenieure die vorgeschlagen haben: Lass uns doch Trassen auf den Autobahnen bauen! Die LKW’s die Autos könnten den Strom, den sie für die Fahrt brauchen von der Autobahntrasse holen und auf der Landstraße braucht man selten eine Reichweite von mehr als 100km. Das heißt man könnte mit Batterie bis zur Autobahn fahren und dann auf der Autobahn könnte man eine Art Stromleiter ausfahren, der die Autobahnbatterie während der Autofahrt auflädt und gleichzeitig das Auto antreibt. Jedenfalls wäre dies auch weit aus umweltfreundlicher, als in jedem Auto Batterien einzubauen, die für über 500km reichen.
Bisher gibt es Autobahntrassen nur im Modellversuch für LKW’s auf bestimmten Strecken. Es gab Sicherheitsbedenken, Bedenken wegen der Kosten etc.. Aber mir scheint es, dass man es einfach nicht ernsthaft versuchen wollte. Noch ist der Einfluss von bestimmten Lobbys bei den Autos zu groß, als wenn solch ein Projekt zum großen Erfolg führen könnte.

Desertec
Ein weiteres Projekt war Desertec. Wenn man die Energie berechnet, die allein von der Sonne auf die Sahara-Wüste ausgestrahlt wird, dann stellt man fest, dass man von 1-Monat Energie die ganze Welt für ein ganzes Jahr mit Strom versorgen könnte. Natürlich benötigt es an Zeit und Ressourcen, um den ganzen Globus entsprechend mit Strom versorgen zu können und ist die Sahara Wüste, nicht die einzige auf der Welt, wo man so etwas realisieren könnte. Jedenfalls ist das Projekt Desertec entstanden, um Europa und anliegende Länder der Sahara mit Strom versorgen zu können. Solaranlagen galten als zu kostspielig, also haben Wissenschaftler eine neue Art Technologie entwickelt. Die Technologie ist sogar ziemlich einfach, man stelle sich vor, man würde inmitten von Sonnenschein verschiedene Spiegel auf ein Glas Wasser ausrichten. Irgendwann würde das Glas Wasser anfangen durch die Energie der Sonne zu kochen und es würde Wasserdampf entstehen.

Desertec Planungskonzept (Quelle: Wikipedia)

Desertec ist ein Projekt in einer viel größeren Dimension. Man baut Hohlspiegel um ein einzelnes Rohr, das mit Salzwasser aus dem Meer gefüllt wird. Dieses Salzwasser wird zum Kochen gebracht und der entstehende Wasserdampf bringt durch den entsprechenden Druck eine Turbine zum Laufen, die den Strom erzeugt. Dies erzeugt nicht nur enorm viel Energie, sondern kann ganze Wüstenregionen, die starke Wasserknappheit haben, mit Trinkwasser versorgen, da hier das Salz aus dem Wasser mit umsonster Energie der Sonne gefiltert wird. Es könnten sogar grüne Flächen in der Sahara Wüste entstehen, um bestimmte Dinge anzubauen. Desertec scheint ein grandioses Projekt zu sein, um Utopia quasi in der Wüste zu realisieren.
Anfangs wollten viele Firmen Desertec unterstützen. Es wurden enorme Summen versprochen. Allerdings wurde das Projekt dann wegen der vielen Unsicherheiten aufgrund der Ölkriege und auch der Kosten eine Stromtrasse bis nach Europa zu verlegen fallen gelassen. Die gute Neuigkeit ist: Das Land Marokko will diese Art von Erfindung für die Energie- und Trinkwasserversorgung des eigenen Lande realisieren. Vielleicht wird es dort zum Erfolg und auch zum Vorreiter für eine europäische Energieversorgung.

Hanf
Hanf darf hier natürlich fehlen. Hanf ist die perfekte Wunderpflanze überhaupt… Hanf könnte für die Kleidungsproduktion sorgen,  Holz bei der Papierproduktion umweltfreundlich ersetzen, Trinkflaschen aus Plastik für die Umwelt recyclebar machen, kann als umweltfreundliches Öl verwendet werden, kann den bisherigen Diesel auf sogar umweltfreundlichere Art und Weise ersetzen, für die Medizin eingesetzt und auch als Öl für Speisen und zum Essen (auch als Sojaersatz) mit zahlreichen Nährstoffen verwendet werden. Hanf hat auch noch enorm wenig Wasserbedarf und ist schon auf verschiedene Weisen gezüchtet worden, so dass es auch in kälteren Regionen überlebt. Langsam, aber zu langsam fangen Politiker an den Anbau von Hanf zu legalisieren. Immer noch wird der Grund der Drogen vorgeschoben, obwohl es längst nachgewiesen ist, dass Hanf weniger schädlich als Alkohol oder Ziggarreten ist. Auch gibt es Hanfarten, die so gar nicht als Drogen verwendet werden können. (Beispiel wäre Speisehanf.) Aber auch hier merkt, es wird sich einfach zu wenig dafür angestrengt. Auch hier versuchen Lobbys das bestmögliche, um die Nutzung von Hanf zu verhindern. Dabei wäre es ziemlich leicht den Rapsanbau zum Beispiel mit Hanfanbau zu ersetzen.

Wie ihr seht gibt es zahlreiche Projekte, um die Welt schlagartig verbessern zu können. Das waren nur drei von vielen. Wenn ihr weitere Projekte kennt, wäre ich gespannt davon in den Kommentaren zu hören. Aber ich bitte euch: Geht in die Politik, tut aktiv etwas, wählt die Parteien, so klein sie auch sind, die für die Umsetzung solcher Projekte lieber heute als morgen sorgen wollen und sich nicht von Firmen kaufen lassen.

3 Comments on “(Verpasste) Chancen für die Umwelt

  1. sehr guter Artikel. Das Thema umweltfreundlichkeit und Energieversorgung , es ist schade dass die derzeitigen Wirtschaftsmächte kein Interesse an der Teilung ihrer Ressourcen verspüren und dadurch diese Entwicklungen langsamer voranschreiten als die könnten.

  2. Ein Artikel auf Stammtischniveau, mehr auch nicht. Wäre nur ein wenig Recherche mit eingeflossen, dann wüsste der Autor um das massive Problem der Versalzung von Wüstenböden im Falle künstlicher Bewässerung, so wie um den Begriff des „virtuellen Wassers.“ Eine riesige Begrünung der Wüste lohnt sich einfach nicht, wenn in anderen Teilen des Globus der Regen umsonst vom Himmel fällt und man sich dabei zwangsweise noch die Böden versalzt d.h. nach einigen Ernten da sowieso nichts mehr wachsen wird. Da ist das Einkaufen von der Transport von dort ins Bedarfsland deutlich billiger, als eine Landwirtschaft zu betreiben, wo der Kubikmeter Wasser in der Entstehung zwei bis drei Euro kostet.

    Natürlich ist die Trinkwassergewinnung in Wüstenstaaten ein Problem, aber dafür gibt es schon seit langem Meerwasserentsalzungsanlagen, und diese stehen – richtig – am Meer. Wozu erst aufwendig groß das Rohwasser ins Land pumpen, wenn man das mit dem Endprodukt auch tun kann?

    Dann zur Elektrifizierung von Autobahnen: hahaha. Da sollte man wenn lieber gleich Eisenbahnstrecken bauen, davon hat man deutlich mehr – oder den Personenindividualverkehr auf alternative Antriebskonzepte umstellen.

    • Richtig, dass hast Du gut recherchiert. Jetzt rate mal was die Anlagen von Desertec sind… Sie haben genau das gleiche Verfahren, wie eine Meerwasserentsalzungsanlage, nur dass sie statt Energie zu verbrauchen, sie sogar erzeugen, indem sie die kostenlose Sonnenenergie nutzen.
      Und wenn Du auf die Karte gesehen hättest, dann wüsstest Du, dass die meisten Anlagen von Desertec in der Nähe vom Meer und/oder Flüssen stehen (würden).

      PS.: Ja, das mit den Autobahntrassen wäre ein Beispiel um den individuellen Personenverkehr beizubehalten. Aber ich stimme Dir vollkommen zu, wenn Du sagst, dass wir lieber Eisenbahnen ausbauen und Autos abschaffen sollen ;-).

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