Diese querdenkenden Veganer

In letzter Zeit muss ich sehr in mich hineingehen. Ich habe seit meiner Jugend viel Zeit gehabt über mein Leben, meine Essensgewohnheiten, meinen Konsum nachzudenken. Auch hadere ich immer wieder mit der Frage, wie mein Leben in meiner besten Zufriedenheit laufen kann. Will ich derjenige sein, der sein Leben gelebt hat und dann wie ein Staubkorn im weiten Universum verschwindet bis wir alle nur noch Schutt und Asche sind? Oder will ich derjenige sein, der etwas beigetragen hat für ein Leben der zukünftigen Generationen, dem Umweltthemen wichtig sind, jemand dem die Tiere dieses Planeten wichtig sind?

Dabei fühlt es sich für mich unverständlich an… Wie kann jemand sein Leben leben? Den maximalen Anteil an Spaß haben, gleichzeitig aber auch Kinder haben wollen auf Big Family spielen ohne über die Zukunft seiner eigenen Kinder nachzudenken. Sind wir wirklich solche Egoisten geworden, dass uns nur unser Leben wichtig ist? Das wir die Kinder als Spaßobjekte betrachten zur Befriedigung unseres eigenen Egoismus? Vielleicht sogar auch als ein Symbol unseres Wohlstands?

Vielleicht ist es in manchen Familien der Fall. Aber hoffe ich doch, dass es nicht in allen so ist. Warum, frage ich mich dann. Woher kommt diese: „Es ist mir egal, ich lebe mein Leben“-Mentalität. Hätte man früher so gedacht, hätte es nie die Berühmtheiten gegeben. Persönlichkeiten, die die Welt zum Positiven verändert haben: Ghandi, Platon, Einstein, alle sind heute mit Bestandteil unserer Geschichte und werden wohl kaum in naher Zukunft in den Geschichtsbüchern vergessen werden.
Ausgerechnet diese Leute sind es auch, die sich auf ihre Traditionen berufen, die ihr Fleisch weiter konsumieren, mit ihren Auto fahren, Güter in umwelt-schädlicher Form kaufen. Alles mit der faulen Begründung das der Einzelne eh nicht ändern kann? Man bekommt das Gefühl, dass sie sich hinter 8 Milliarden von Menschen verstecken und möglichst für alle unsichtbar sein wollen, da sie sich tief im Inneren doch irgendwie in Grund und Boden schämen.
Und das Irrste an der Sache ist: Wenn es doch jemand wagt dies besser zu machen oder es zumindest zu versuchen, dann zeigen sie mit erhobenen Zeigefinger auf denjenigen. Sie bezeichnen ihn als Querdenker, als realitätsfremde Person oder als störrischen Veganer. Sie wissen, dass sie nicht mit rationalen Argumenten gegen denjenigen argumentieren können. Zu einleuchtend sind die ganzen Gefahren, die multiresistenten Erreger in der Tierhaltung, Osteoporose durch die Milch, Schadstoffe in tierischen Produkten und so weiter. Aber sie wollen ihre Traditionen, sie wollen weiterhin ihrer Sucht nachgehen und folgen nur zu gern den Industrien, die genau diese Suchtmittel bereitstellen.

Es geht hier nicht um Moral. Es geht nicht darum, dass ein Mensch besser ist, wenn er vegan lebt. Es geht hier nur um die Zufriedenheit in seinem Inneren. Letztendlich entscheidet man selber über die Möglichkeit: Möchte ich die Welt ein Stück besser machen oder möchte ich weiterhin den Kopf in den Sack stecken, alle die es besser machen beschimpfen und letztendlich als ungenutztes Potenzial von der Erde verschwinden?

3 Comments on “Diese querdenkenden Veganer

  1. Der Mensch ist von Natur aus ein Allesfresser. Gewisse Moleküle/Proteine/weitere Stoffe, die der menschliche Körper benötigt, kann er nur in sehr geringen Mengen oder gar nicht selbständig bilden.

    Erst mit dem Dank der Wissenschaft entstandenen Verständnis für die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und den Bedürfnissen des Körpers ist es möglich geworden, sich bewusst fleischlos oder sogar komplett ohne tierische Produkte zu ernähren, ohne dass der Körper an Mangelerscheinungen bis hin zu Gesundheitsschäden leiden muss, da man seine Ernährung entsprechend gestalten und ggf. auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen kann, wenn man es denn will.

    Sich vegan zu ernähren sollte eine bewusste Entscheidung sein, die man nicht mal nur so aus Jux und Dollerei trifft. Das Essen von Fleisch und tierischen Produkten ist keine Sucht, sondern eine biologische Notwendigkeit, der man aber dank der Wissenschaft nun gefahrlos entsagen kann.

    Die meisten Veganer leben einfach ihr Leben und haben damit keine Probleme. Probleme mit der Akzeptanz haben meist die Veganer, die einem inneren Missonierungsdrang folgend ihrem Umfeld massiv auf die Nerven gehen und ihnen noch beim Essen ungefragt in die Pizza reinreden, warum das denn schlecht sei. Diese Art von Veganern mag nun wirklich kaum einer, und das muss auch keinen weiter wundern, denn würde man umgekehrt versuchen Veganer wieder zu Vegetariern oder Fleischessern zu machen, dann würde die Mehrheit von denen das auch nicht mögen.

    • Hallo Herbert,

      danke für deine Kommentare!

      dem widerspricht aber, dass es einige Bevölkerungsgruppen auf der Welt gab/gibt, die sich teils länger als 500 Jahre lang vegetarisch bzw. fast vegan ernähr(t)en.
      Zum Beispiel in Indien oder auch im antiken Griechenland. Sie hatten weder im Vergleich zu anderen Bevölkerungszeiten der gleichen Zeit geringere Lebenserwartungen noch Mangelerscheinungen.

      „Der Mensch ist von Natur aus ein Allesfresser. Gewisse Moleküle/Proteine/weitere Stoffe, die der menschliche Körper benötigt, kann er nur in sehr geringen Mengen oder gar nicht selbständig bilden.“
      Dem möcht ich auch gern widersprechen. Der Mensch ist an sich anpassungsfähig, das heißt, er hat in extremen Zeiten sich seiner Umgebung angepasst und auch von anderen Tieren sein Überleben gelernt. Der frühere Mensch sah in Fleisch einfach die Notwendigkeit sein Überleben abzusichern. Er hat keine biologische Eignung dafür Fleisch zu verzehren. Sein Körperbau gleicht dabei eher einen Fruktarier, das ist auch der Grund, warum Menschen viele Arten von Fleisch erst braten müssen, damit sie es überhaupt verzehren können.
      Die Nahrungsergänzungsmittel brauchen wir deshalb, weil wir unsere natürliche Art von Ernährung kaputt gemacht haben. Hier kommt das Entscheidende: Weder Menschen noch Tiere sind in der Lage selbstständig die entscheidenden Stoffe zu bilden. Man kann zwar mit Hilfe von der Aufnahme bestimmter Stoffe im Körper Vitamine bilden, aber das war es dann auch. Hier sind wir auf die Hilfe von außen angewiesen. Es ist nicht so, dass die Tiere zum Beispiel für uns Vitamin B12 bilden, weil wir dies selbst nicht können. Heute müssen wir sogar Tiere mit Nahrungs-Ergänzungsmittel vollstopfen, da auch sie das Vitamin B12 nicht ausreichend bilden und eine „natürliche“ Haltung zu teuer wäre.

      Und was das letztere betrifft. Vielleicht mag das deine Form von Veganern sein, die du erlebt hast. Aber ich erlebe viel mehr, dass man mit seiner „Kompliziertheit“ seinem „sich Anstellen beim Essen“ oder „nicht in der Lage zu sein eine Ausnahme zu machen“ die anderen nervt. und ja ich werde zwar die anderen nicht beim Essen nerven. (Dafür sorg ich höchstens dass sie es aus schlechtem Gewissen es evtl. wegschmeißen und ein Tierleid noch unnötiger machen) Aber ich spreche es immer wieder mal an oder erzähle es auch wenn ich gefargt werde warum ich vegan lebe, einfach um die Menschen dazu zu bringen sich Gedanken zu machen.

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